Auf die Martinshörner ist kein Verlass mehr. Früher habe ich die Sirenen gehört, da waren die Ambulanzwagen kaum unterwegs.  Jetzt erahne ich den Klang erst, wenn ich spät nach Hause komme. Noch funktionieren die schnellen Wechsel, doch längst kann ich das Tempo nicht mehr halten. Und im Gehen versuche ich mich über Gefühle zu freuen, obwohl sie von der Magie des letzten Geschenks handeln.

Nun kommen all die länger werdende Nächte.  Bevor Du einmal abgetrunken hast, sind sie schon wieder da.  Du hetzt durch die Straßen und siehst hinter den Schaufenstern die Barkeeper von gestern auf den Bänken schlafen. Die Gesichter bedeckt mit schwarzem Tuch.  Die Tage sind zu kurz, als dass man die Drinks mit nach Hause nimmt, geschweige denn die Männer. Die Kälte schneidet feine Risse in die Haut. Man fährt nicht mehr zur  Ambulanz, man geht gleich  in den Park und erschießt sich.

Noch ist das Laub da und abends das Zirpen, doch das Triumphale eines von Hitze überzeichneten Sommers ist abgeglitten zu nicht intendierten Schwenks in die Nebenstraße. Im Vorbeifahren kurbelt ein Autofahrer die Scheibe herunter,  passaufdeinlebenauf. Aber Du kannst nicht bremsen, die Rasanz nicht verlassen, als wüsstest Du, dass das Ende nicht unter Risiko läuft.