Noch zirpen die Grillen im Hof, am Himmel kreist die zivile Luftfahrt und weiter westlich hängen ein paar helle Fetzen herum. Doch die Nacht ist schon da und an uns dran wie der überraschend sanfte Atem eines Raubtieres. Wir flüchten auf das Dach, im Hintergrund spielt noch Musik, aber schon packt es zu und schert den Stoff auf. Die Geländer schwingen, wir klettern weiter. Ich kann doch nicht anhalten nur weil man mir gesagt hat: Bei Gefahr auf den Boden legen.
Frauen standen am Rand, boten sich an mir zu zeigen, wie man Cowboysongs schreibt. Gelehnt an einen Weidenzaun, glänzte in ihren Seitentaschen das Metall von Pistolen. Wieso braucht man für Cowboylieder Waffen, fragte ich, doch da spreizten sie schon Daumen und Zeigefinger, schoben die Hände nach oben, bis fast auf Höhe des Schlüsselbeins. Das gibt Dir den richtigen Druck, sagten sie, rissen die Pistolen in die Luft und schrien „Record!“.
Wenige Stunden später wird diese Nacht als lunatischer Anfall Einkehr finden und dabei nur ein wenig stolpern, wenn es zurück über die ausgefransten Enden geht. Wieder schweift der Blick zu den Schwarzpappeln als versteckte sich dort ein Indiz, dass es die Augen klein macht und ich mir große Holzbretter wünsche, so wie ich es am Vortrag am Straßenrand sah. Dort haben die Bauarbeiter Zäune um die Bäumen geschnallt, damit sie nicht beschädigt werden, wenn die Bagger demnächst die Straßen demolieren.