Die Satelliten ziehen ihre Bahnen, etwas liegt in meinem Rücken. Es ist Nacht geworden über dem Land. Wir sitzen im Gras, fern der Städte, der Premiumkonten, des Fabulierens.  Ein hellgrünes Faltertier lässt sich zwischen den Teelichtern nieder, was es da tut, wissen wir nicht, aber es bleibt.

Später steigen wir hinauf in den Dachstuhl, schleichen vorbei an Tapetenresten,  Bücherstapeln, den Abraum der Jahre. Wir schauen in die verlassenen Dachzimmer, suchen diesen einen Fensterplatz in dieser einen novemberkalten Nacht. Doch so sehr wir uns bemühen, es sieht alles ganz anders aus.  Glaubst Du, die haben hier eine Wand eingezogen? Vielleicht ist das ein utopischer Moment des Erinnerns: Man kann Orte erschaffen, die es nie gegeben hat. Wir schauen die Wände entlang, die Tapete hängt in Fetzen herab. Aber dort drüben hat sich ein Falke ein Nest gebaut.

Morgens zieht ein Gewitter über uns hinweg. Der Hof verschwimmt, die Katzen flüchten, der aufsteigende Dunst liegt wie eine barocke Verirrung über dem Land. Es riecht nach Erde und Tieren, die  Hemisphären ruhen aus, vielleicht auch nur die Mähdrescher. Es ist der letzte Sonntag im Juli.